Aktuelles

Geschichten teilen, Konflikte verstehen, Vermittlungsfähigkeit fördern in Institutionen fördern
Kulturarbeit in gesellschaftlichen Übergangsräumen

 

Eine Fortbildung für Mitarbeiter/innen in Institutionen
(Erziehungs- und Bildungseinrichtungen, Verwaltungen und Behörden)
 

Die gesellschaftliche Aufmerksamkeit auf physisches und psychisches Leiden infolge von Gewalt, Flucht, Vertreibung oder Vernichtung nimmt seit geraumer Zeit zu. Ins Blickfeld rücken insbesondere die Folgen von Kolonialisierung und Dekolonialisierung. Sie zeigen sich nicht zuletzt in den verschiedenen Forderungen nach Wiedergutmachung und Entschädigung. Schwierig wird es, wenn die in Institutionen arbeitenden Fachkräfte verschiedenen Opfergruppen oder Tätergruppen angehören und/oder als Kinder oder Jugendliche selbst Gewalt erlitten haben. Sie stehen nun vor der Aufgabe, die Verantwortung für eine Vergangenheit zu übernehmen, die sie selbst nicht verschuldet haben.


Diese vielschichtige Problematik stellt für Institutionen wie Kindertagesstätten, Schulen, Jugendämter, Ausländerbehörden, Jobcenter, Betriebe, aber auch Universitäten, eine besondere Herausforderung dar. Werden die vielfältigen Spannungen, die in Erfahrungen aus unterschiedlichen Zeiten und Orten begründet sind, nicht angemessen wahrgenommen und so zur Sprache gebracht, dass Ambivalenzen und Ambiguitäten ausgehalten werden können, entstehen zwangsläufig Polarisierungen oder gar Spaltungen – die derzeit wirkungsmächtigste ist hierzulande die Separierung in »Willkommensfreunde« und »Willkommensgegner«. Werden solche Mechanismen nicht konstruktiv bearbeitet, kann die Funktionsfähigkeit von Institutionen langfristig empfindlich beeinträchtigt werden.

Die Fortbildung Geschichten teilen, Konflikte verstehen, Vermittlungsfähigkeit in Institutionen fördern – setzt an dieser Problematik an. Sie ermöglicht, die Auseinandersetzung über die Wirkungsmacht transkultureller und intergenerationeller Gewalterfahrungen als eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft zu begreifen. Sie bietet den Rahmen, dass alle in einer öffentlichen Einrichtung das Wort ergreifen und ihre Anliegen zur Sprache bringen, und zwar möglichst so lange, bis gehört und verstanden wird, was sie zu sagen haben. Anschließend wird Wissen zu ausgewählten Themen vermittelt, mit dessen Hilfe die Konfliktfelder neu beleuchtet werden können. Die Fortbildung richtet sich an alle, die daran interessiert sind, die Zivilität der pluralistischen demokratischen Gesellschaft zu fördern.

Ort: nach Vereinbarung
Dauer: 3 x 8 Stunden
Teilnehmerzahl: 8
Preis: nach Vereinbarung

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Das Modellprojekt wurde von 2015 bis 2019 im Rahmen des Bundesprogramms » Demokratie leben! « gefördert